Fussballproduktion
Achtzig Prozent aller Fußbälle stammen aus einer Industriestadt in Pakistan. Die Bälle genießen Weltruf – inzwischen ist auch ihr letzter Makel getilgt: In den Ballfabriken von Sialkot ist Kinderarbeit verboten.
Kinderarbeit bleibt dennoch ein Problem: “Manche Kinder wurden einfach in andere Industriezweige gesteckt“
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Schweizer am Hindukusch
Eine Schweizer Flagge baumelt von der Zeltwand, daneben klebt ein Plakat, das den Genfer See zeigt. Beat Aeberhard, 45, sitzt an seinem Klapptisch und raucht eine Zigarette. Acht Uhr früh. Minus fünfzehn Grad im Freien. Ein Heizschlauch bläst warme Luft in sein Zelt, das als Wohn- und Schlafzimmer dient. 15 Quadratmeter „Little Switzerland“, so nennt er sein Quartier in Camp Warehouse.
Hinter einer grünen Plane steht sein Feldbett. Aeberhardt zieht seine Handschuhe an, tastet nach der kugelsicheren Weste, prüft das Magazin seiner Dienstpistole und verlässt das Zelt. Auf dem Weg zu den Panzern knirscht Eis unter seinen Füßen, der Frost malt rote Flecken auf sein gebräuntes Gesicht. Soldaten kommen ihm entgegen. Sie salutieren, Aeberhard grüßt auf Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch. Vor einem Dingo 2, einem grünen minensicheren Panzer, wartet Robert Thiele, 30, Oberleutnant der deutschen Bundeswehr. „Schweizer Kontingent vollzählig angetreten“, meldet Aeberhard und grinst.
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Gun City

Besuch in Darra Adam Khel, der größten illegalen Waffenschmiede des Fernen Ostens.

Moeen Zackarias ist verrückt nach einer Glock 18, einem seltenen und wertvollen Mordinstrument. Seit Jahren sucht er das gute Stück, obwohl er zuhause schon zwei Kalaschnikows und neun Pistolen: eine Glock 17, 22 und 34, einen Colt neun Millimeter, eine Walther PKK, eine Luger MK II, sowie eine Maschinenpistole HK MP5 gebunkert hat. „Wenn ich die Knarre nicht hier finde, wo sonst?“ fragt er und streichelt über einen Silber beschlagenen Neunmillimeter Revolver mit graviertem Lauf. „Nenn mich Zack“, sagt der Pakistani mit starkem amerikanischen Akzent. Zack ist Anfang vierzig, trägt Bomberjacke, vergoldete Pilotenbrille und rote Cowboystiefel. Lässig lehnt er an einer Hausmauer und füllt Patronen in das Magazin des Revolvers. Einmal die Woche fährt er nach Darra Adam Khel. „Dies ist das härteste Dorf in Asien“, sagt er, hebt ohne aufzublicken, die Waffe über den Kopf und jagt eine Kugel in den Himmel.

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Farzana Wahidy
Farzana Wahidy und ihre unvergesslichen Bilder...
Farzana trägt keine Burka um ihren Körper zu verhüllen. Sie trägt Jeansjacke und Mütze - und eine Kamera über ihre Schulter.
Die 21jährige fällt auf in Kabul. Ihre Fotos fielen uns bei einem Besuch von AINA auf.
AINA ist die erste freie Foto- & Presseagentur Afghanistans.
Anmerkung d. Fot. zur Konzeption: Diese Fotostrecke soll nur die "Beibilder" darstellen.
Die grossen Bilder kommen von Farzana Wahidy (siehe www.ainaphoto.org).
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Deutscher bei US Armee

In Deutschland wollte er nicht bleiben. Die Liebe und ein Leben ohne Perspektiven führten ihn in die USA. Freunde und Familie glaubten, er würde bald zurückkommen. Doch Axel Schulz blieb, wurde Soldat und kämpft heute in den Kreuzzügen der Supermacht – als Amerikaner.

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Priester der Landlosen
Ein Deutscher Priester baut in Brasilien Kirchen nach dem Schachbrettprinzip.

Er kümmert sich um die vielen Bewohner von Mato Grosso, die nicht zu den wenigen Grossgrundbesitzern zählen und lässt die Landlosen beim Gottesdienst

zusammenkommen.
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Tsunami
Portraits von Betroffenen des Seebebens und

die stern-Aktion "Schulen helfen Schulen".
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Rumaenien EU

Rumänien wird in 2007 Mitglied der EU.
Der Umbruch ist deutlich zu sehen.

  • Stock- und Symbolfotos.
  • Politiker.
  • Sibiu/Hermannstadt (Kulturhauptstadt 2007).
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Nacht der Sterne, Teleskop
Planetarium Kreuzlingen, Schweiz.

Galaktisch: Mehr als 100.000 Menschen waren in der "Langen Nacht der Sterne" am 18. September unterwegs, um mit den fernen Welten am Himmel näher vertraut zu werden.

Um Punkt 20.59 Uhr taucht die internationale Raumstation ISS am klaren Darmstädter Abendhimmel auf - wie auf Bestellung - und zieht mit 28.000 Kilometer pro Stunde über das European Space Operations Center (Esoc) hinweg, das Kontrollzentrum der europäischen Weltraumagentur Esa. Sekunden später knackst es in den aufgestellten Lautsprechern, dann meldet sich US-Astronaut Mike Fincke mit "Hello everyone at Esoc" aus dem Orbit. Viele Besucher auf dem Gelände winken dem hellen Punkt am Firmament zu. Zehn Minuten lang berichtet der Mann im All über das Leben an Bord und beantwortet Fragen, dann verschwindet die ISS im Funkschatten.

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Alkohol Exzess

Das Ego trockenlegen.

ln Deutschland entsteht ein kleines, aber wichtiges Netz an Behandlungsplätzen für alkoholabhängige Jugendliche.

Die Partybilder der Geschichte.

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Alkohl Entzug

Das Ego trockenlegen.

ln Deutschland entsteht ein kleines, aber wichtiges Netz an Behandlungsplätzen für alkoholabhängige Jugendliche.
In der offenen Tür steht Ingrid*, unschlüssig, die Klinke hält sie gedrückt. Ein Gedanke ist ihr gekommen: Sie wird jetzt gehen. Eigentlich hatte sie nur kurz eine rauchen wollen. „Was soll ich bloß machen?“, fragt sich die 17-Jährige, die Hand noch an der Tür. Die Welt draußen hat nichts von ihrer Sogkraft verloren. Es ist keine zwei Monate her, da hatte die sie fast verschlungen. Da kauerte sie auf der Brücke über dem Inn in ihrer niederbayerischen Heimatstadt und wollte springen.

Ingrid ist kurz davor, ihre Therapie abzubrechen. Sie steht am Ausgang der Drogenklinik Klosterwald bei Memmingen und zögert. Die erste Flasche trank sie mit 14. Es war ganz einfach, sie zu bekommen. Die Verkäuferin sagte: „Bitte schön!“ Ihr erstes Colaweizen. Ingrid war aus dem Haus gerannt, nach einem Streit mit ihrer Mutter. Fünf Colaweizen schluckte das Mädchen bis zum Abend. „Diese Wärme“, erinnert sich Ingrid. „Die vergisst du nie.“ – „Du hörst besser mit Alkohol, siehst besser. Du kannst tanzen, wie du willst.“

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Kinderbauernhof
Die ehemalige Schulleiterin Hermine Jinga-Roth zeigt sozial benachteiligten Kindern auf einem Bauernhof nahe Hermannstadt, woher Getreide, Milch und Fleisch stammen und wie man respektvoll miteinander umgeht. Die 64-jährige Siebenbürgerin beweist: Machen hilft mehr als jammern.
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Mit Heissluftballon ueber Alpen
Eigentlich wäre jetzt Panik angesagt. Direkt vor uns geht es hunderte Meter in die Tiefe. Hinter uns auch. Und das ist erst der Anfang. Wir steigen höher und höher, durchbrechen die Wolkendecke. Die Luft wird eisige minus 20 Grad kalt. Ein starker Nordwind treibt uns dem Alpenhauptkamm entgegen. Erst bei 5.840 Metern wird unser Aufstieg enden.
Doch irgendwas scheint mit uns nicht zu stimmen, statt Angst herrscht Begeisterung unter der gelben Hülle des Heißluftballons, der sich dreißig Meter hoch über uns wölbt.
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Concordes letzter Weg
Geflogen ist sie doppelt so schnell wie der Schall. Gezogen wurde sie im Schrittempo - ins Auto- und Technik-Museum von Sinsheim: Die Concorde, das aufregendste Passagier-Flugzeug, das jemals gebaut worden ist. Die Reise ins Museum war der Abschied von der Ära des Überschallreisens - luxuriös, dramatisch schnell, 3,5 Stunden bis Amerika. Per Tieflader und Ponton wurde die Concorde F-BVFB nach Sinsheim geschafft.
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Verrueckte Haustiere
Exotische Haustiere in Deutschland.
Immer mehr Deutsche begeistern sich für Tiere aus fernen Ländern. Was für den einen Hund, Katze, Fisch oder Vogel, ist für den anderen Krokodil, Affe oder Riesenschlange.
Doch das Zusammenleben mit fremden Artgenossen gestaltet sich häufig komplizierter als vermutet.
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Bloede Mutter
In der ehemaligen DDR wurden behinderte Frauen zwangssterilisiert. Nach der Wende gründete die AWO ein Wohnprojekt, dass den Frauen die Bedürfnisse der Kinder vermittelt.
Der Fernseher läuft. David sitzt davor, frisch gebadet im Schlafanzug, auf seinem roten Plastikstuhl. Vor der Mattscheibe am Schnuller saugend, die braunen Kulleraugen hellwach. Petra* hockt auf dem Bett direkt hinter ihm. Sie beobachtet wie er aufspringt, mit seiner kleinen Hand über den Bildschirm streichelt, auf dem der ostdeutsche Sandmann mit seinem rot bezipfelmützten Ich-hab‘-euch-alle-lieb-Gesicht Geschichten erzählt. „David“, sagt Petra langsam. Mehr nicht. Ob es sie stört, ob sie David sagen will, dass der Sandmann nicht echt ist, nicht zum Kuscheln da ist? David reagiert nicht, liebkost weiter den Bildschirm, bis Petra sich aufrafft und ihren Sohn in den Arm nimmt.
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Fuchsjagd
Mit dicken Backen, das Gesicht rot wie ihr Rock, so pusten die Bläser das Begrüßungs-Signal durch ihr Jagdhorn.
Aufsitzen, sammeln, antreten! Drei Dutzend Ladys und Gentlemen hoch zu Ross scharen sich um den Huntsman, der die Hatz anführen wird. Noch wuselt und winselt die Meute der weiß-braun gescheckten Foxhounds im Pferch, in dem sie seit 24 Stunden ohne Fressen gewartet haben, jetzt reißt der Jagdherr die Pforte auf und die Hunde hecheln auf der Fuchsspur über Feld und Wiesen.
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Autowaschanlagen

Freie Arbeit.

 

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Bordell
Kurz vor Mitternacht. Die Glastür im Café Pssst geht immer wieder auf und zu, einsame Männer kommen, Paare verlassen den Laden. Ansonsten herrscht Kneipenstimmung, softe Musik, irgendwas zwischen Udo Jürgens und Britney Spears, hinter der Theke zapfen zwei junge Frauen Bier und ein Muskelpaket mit Stoppelhaarschnitt mixt Cocktails.
Der Fernseher in der Ecke zeigt eines der typischen, barbusigen Nachtprogramme. An der roten Wand hängen neben Spiegeln Kondompackungen. Trixie sitzt auf einem Barhocker, ihre blondgefärbten Zöpfe liegen auf dem nach süßem Parfüm duftenden Plüschkragen. In der einen Hand hält sie eine Apfelsaftschorle, in der anderen eine Zigarette. Sie erzählt von ihrer großartigen Chefin Feli, die als erste Prostitutierte vor Gericht gezogen ist und lächelt nebenbei den kleinen, grauhaarigen Mann an, der ihr gegenübersitzt und auf ihre prallen Silicon-Brüste in dem engen, schwarzen Kleid starrt.
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Ernte
Der Vorschlag einiger Politiker, deutsche Langzeitarbeitslose bei der Spargelernte als Helfer einzusetzen, stößt auf Widerstand.
Besonders die Spargelbauern wollen weiter Saisonarbeiter aus Osteuropa beschäftigen - sie sind verlässlicher.
Der Präsident des Deutschen Bauern-Verbandes, Gerd Sonnleitner, sagte bereits, Trainingsprogramme mit der BA hätten gezeigt, dass die Mehrheit der einheimischen Erntehelfer unzuverlässig sei. "Seit der Einführung von Hartz IV gibt es zwar eine verstärkte Nachfrage, aber die meisten sind nicht in der Lage, die schwere Arbeit durchzuhalten, und melden sich krank."

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reportagen.

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